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Grundlagen der Permakultur

Was ist eigentlich Permakultur?

Das Konzept der Permakultur hatten in den 1970-er Jahren der Australier Bill Mollison mit seinem Schüler David Holgrem entworfen und 1978 veröffentlicht. Dafür erhielt Bill Mollison in 1981 den Alternativen Nobelpreis (Right Livehood Award). 

Das Wort selbst setzt sich aus den beiden Begriffen „permanent“, also nachhaltig und „agriculture“ für Landwirtschaft zusammen und stammt damit auch vom englischen „permanent (agri)culture“ ab. Das Oxford Languages schreibt: „Permakultur ist eine Anbaumethode, deren Ziel es ist, nutzbare Ökosysteme zu schaffen, die sich selbst erhalten können.“

Es geht um dauerhafte und nachhaltige Landwirtschaft und Gartenbau bei denen natürliche Ökosysteme und Kreisläufe möglichst genau beobachtet und nachgeahmt werden. Diese landwirtschaftliche Gestaltungsmethode hat sich heutzutage zu einer ökologischen Lebensphilosophie entwickelt. 

Heute verstehen wir unter Permakultur eine nachhaltige Lebensweise und Landnutzung.  

Geheimisse der Permakultur als Lebensphilosophie

Im Zentrum des philosophischen Verständnisses der permakulturellen Lebensweise stehen drei ethische Grundsätze, auf die jedes Projekt ausgerichtet. Sie lauten:

* Sorge für die Erde  

* Sorge für die Menschen  

* Begrenze Konsum und Wachstum und teile Überschüsse.

Ziel dieser PHilosophie ist, neue Wege für zukunftsfähige Lebensweisen und Lebensräume zu gehen, und die uns umgebende  Natur ökologisch zu gestalten und zu erhalten.

Permakultur kann in fast allen Bereiche des menschlichen Wirkens angewandt werden, zum Beispiel auf dem Balkon und im Hausgarten, in den verschiedenen Gemeinschaften von der Familie über die Nachbarschaft, aber auch in Betrieben und Schulen. Diese Lebensphilosophie soll im eigenen Alltag und in der persönlichen Lebensgestaltung, aber auch in der Landwirtschaft, in den Städten und nicht zuletzt auch in der Politik umgesetzt werden.

Der Leitsatz „nachhaltige Effizienz statt bloß kurzfristige Effizienz“ führt zur Einsicht, dass sich fast von selbst gestaltende Systeme vorrangig durch eine Optimierung ohne ständigen Wachstumszwang der derzeitigen kapitalistischen Gesellschaft klein gehalten werden. Jede extensive Vergrößerung ist eine Energieverschwendung, denn durch Nutzung der Vielfalt, durch Effizienz in und mit der Natur wird immer weniger äußere Energie in das System gesteckt und die Ausfallsicherheit wird dadurch enorm erhöht.  

4 wichtige Aspekte in der Vielfalt

 

Die Bewahrung der Vielfalt in der Natur ist ein zentrales Anliegen der Permakultur. Vorbild sind Natürliche Ökosysteme. Von der Natur geschaffene oder kulturell nachempfundene Ökosysteme sollen gesünder, produktiver und nachhaltiger sein. 

Dabei sind vier wichtige Aspekte zu beachten

1. die Artenvielfalt, also die Anzahl der unterschiedlichen Pflanzenarten und Tierarten als unerlässliche Grundlage für den Aufbau und den Erhalt des Ökosystems und für eine Anpassungsfähigkeit an evolutionäre Veränderungen. 

2. die genetische Vielfalt, also die Anzahl verschiedener Pflanzenarten und Tierarten zur Sicherung einer regional angepassten gesunden aber auch ausreichenden Nahrung. Nach Ansicht der Permakultur gefährden genetische Veränderungen das Überleben der Menschen, wenn viele Sorten verschwinden. 

3. die ökologische Vielfalt bedeutet, dass durch eine unterschiedliche Nutzung von vorhandenen Ressourcen die Artenvielfalt und die genetische Vielfalt erhalten bleiben. 

Beispiel-1: Auf der Weide fressen Rinder die langen Gräser, Schafe dagegen nur die kurzen Gräser. So können beide Tierarten hintereinander auf der gleichen Weise satt werden und jemand, der eine bestimmte Anzahl von Rindern hält, kann genauso eine Anzahl von Schafen halten, ohne die Weideflächen ausweiten zu müssen. 

Beispiel-2: Weizen und Bohnen oder Linsen und Gerste geben als Mischkultur wesentlich höhere Gesamterträge, als bei einer Monokultur. 

4. die kulturelle Vielfalt bedeutet, die unterschiedlichen Anbautechniken, die Systeme der Versorgung und Entsorgung, die Planung des Siedlungsbaus nach lokalen Besonderheiten und der Erhalt natürlich gewachsener Strukturen.

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Natur als Inspirationsquelle

Permakultur als Gestaltungspraxis wurzelt in einem tiefen Verständnis von den Beziehungen der Lebewesen untereinander und zu ihrer belebten und unbelebten Umwelt. Dabei geht es darum, die diesen ökologischen Zusammenhängen zugrunde liegenden Wiederholungen und Abwandlungen – sogenannte Muster – zu erkennen. Sie bilden die Basis für zukunftsfähige Gestaltung. Mit dem gleichen Anliegen wird erforscht, wie naturverbundene Gesellschaften nachhaltiges Zusammenleben gestalten und in der Vergangenheit gestaltet haben. Es wird anstrebt, alle an einem Ort beteiligten Lebewesen und Dinge sowie die Verbindungen dazwischen in ihrem Wesen zu verstehen.

weltweiten Netzwerken

Diese ökologische Naturbewegung ist weltweit vernetzt. In großen und kleinen Netzwerken wie Transition Towns, Tiefenökologie, Wildnispädagogik, Dragon Dreaming, Urbanen Gärten, Postwachstumsökonomie sind Verfechter der Permakultur aktiv tätig.

 

Permakultur in der Landwirtschaft

 

In der Landwirtschaft soll die vorhandenen Flächen langfristig nachhaltig und effektiv genutzt werden, um mit geringem Flächenverbrauch gute Erträge zu erzielen. Es soll ein abfallfreier Nährstoffkreislauf gestaltet werden, bei dem die Überreste des einen die Nahrung des anderen sind. Je vielfältiger das jeweilige Ökosystem ist, desto besser werden die vorhandenen Ressourcen genutzt. Diese Nutzung ist langfristig angelegt, es geht hier nicht um kurzfristigen (einmaligen) Profit, sondern um jahrelang bleibende Erträge. 

Um einen Garten oder die Felder zum Hof mit möglichst geringem Energieaufwand lange produktiv zu betreiben, sind besondere Strategien erforderlich, wie zum Beispiel der Einsatz von Nutzinsekten zur Regulierung der Populationen von Schädlingen. Auf den Einsatz von Pestiziden oder Herbiziden wird verzichtet.  

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Die Natur als große Inspirationsquelle für ein tiefes Verständnis von den Beziehungen der Lebewesen untereinander und zu ihrer belebten und unbelebten Umwelt, für die Erkenntnis der ökologischen Zusammenhänge in Flora (Pflanzenwelt) und Fauna (Tierwelt). 

Das ist die Basis für eine zukunftsfähigen Gestaltung der Gesellschaft, bei der die Natur nicht ausgebeutet wird, die vielfältigen Tierarten erhalten bleiben, der Boden für die Pflanzen ertragreich bleibt und das Zusammenleben auf Harmonie beruht. Damit soll das Ökosystem Erde im ganz kleinen Rahmen eines Gartens oder Balkons, wie auch regional und global geschützt und erhalten werden.

 

 

Declan Kennedy, Vorbild für Ökologie, Permakultur und Nachhaltigkeit

Declan Kennedy, Jugend und Ausbldung

Der 1934 in Dublin geborene irische Architekt Declan Kennedy studierte erst in Dublin und danach bis 1961 in Darmstadt Architektur. Anschließend war er  an der Technischen Hochschule Darmstadt Assistent am Lehrstuhl für Baugeschichte. 

Erste Planungen und Promotion

Von 1965 bis 1967 wurde von ihm die Erneuerungsplanung für die Altstadt von Regensburg unter Prof. Hebebrand geplant. Gegen die vielen Krisen im Ökosystem bringt die Lebensauffassung der Permakultur den Gedanken der Nachhaltigkeit, das Leben in der Balance und das Verhalten in Fairness in die Welt.  

Anschließend  promovierte Declan Kennedy an der Universität von Pittsburgh in Pennsylvenia.  

Professor an der TU Berlin

1972 wurde er mit 36 Jahren zum Professor für Städtebau an der Technischen Universität zu Berlin berufen und verblieb dort bis 1985.Von 1975 bis 1978 war er zusätzlich 2. Vizepräsident der TU Berlin. 

Direktor für Permakultur in Europa

Declan Kennedy leitete von 1984 bis 1989 das Perma. culture Institute of Europe. Von 1989 bis 1994 war er Koordinator für den Global Action Plan (GAP) for the Earth.

Von 1995 bis 1999 war er Vorsitzender des Globalen Ökodorf-Netzwerkes für Europa und der Leiter dessen Europäischen Sekretariats. 

Von 2005 bis 2014 war er Vorsitzender des Beirates der Gaia University und Präsident des Ablegers GaiaU-Germany. 

 Familie 

Declan Kennedy war seit 1961 bis zu deren Tod 2013 mit Margrit Kennedy verheiratet. 

Privat lebt er heute noch im Lebensgarten Steyerberg (Niedersachsen). 

 

 

 

Exkursion: Prof. Margrit Kennedy

 

Prof. Dr. Margrit Kennedy (geborene Hübner, Chemnitz 1939), Architektin, Studium in Darmstadt, kam durch die Arbeit an ökologischen Projekten zum Gedanken, dass auch das heutige Geldsystem den ökologischen und nachhaltigen Prinzipien genügen müsse und der Zinseszins eines Raubtierkapitalisnmus nicht natürlich, nicht nachhaltig sein kann. 

Gemeinsam mit Helmut Creutz (1923 – 2017, Architekt, Publizist) und Bernard A. Lietaer (1942 – 2019, belgischer Finanzexperte), mit dem sie 2012 in Stockholm für wissenschaftliche Arbeiten zum Geldsystem den Utstickarpris erhielt) kam sie zu freiwirtschaftlichen Geldauffassungen. 

Das Buch „Geld ohne Zinsen und Inflation“ (Erstauflage 1987) wurde in 22 Sprachen übersetzt und gilt auch heute noch als ein Bestseller zu alternativen Geld- und Wirtschaftssystemen. 

Margrit Kennedy war besonders im Verein INWO e.V. aber auch in Presse und Medien bis zu ihrem Tode zum Thema „Geld“ sehr aktiv. 

 

 

07. November 2011, FAZ, 09:21 Uhr 

Margrit Kennedy

„Aber das grundsätzliche Problem besteht darin, dass sich die Finanzwirtschaft viel zu weit von der Realwirtschaft entfernt hat. Zischen 1950 und dem Jahr 2000 ist die Realwirtschaft um den Faktor 7 gewachsen, die Finanzwirtschaft aber um den Faktor 32. 

Spekulative Transaktionen im Devisenbereich machen heute 98 Prozent aller Finanztransaktionen aus. Da stimmt einfach etwas nicht.“   

 

Weltweit in 22 Sprachen veröffentlicht

Margrit Kennedy:
"Geld ohne Zinsen
und Inflation"

Initiative für natürliche Wirtschaftsordnung e.V. (INWO)

Die INWO e.V. will zu einer freiheitlichen, gerechten und friedlichen Gesellschaftsordnung beitragen. Sie stützt sich hierzu insbesondere auf Forschungsergebnisse auf den Gebieten der Geld-, Boden- und Ressourcentheorie und klärt über die allgemeine Bedeutung dieser ökonomischen Fragestellungen auf. Diese Fragen sind grundlegend für das demokratische Gemeinwesen, das friedliche und tolerante Miteinander von Menschen und Völkern sowie den nachhaltigen und gerechten Umgang mit Boden und Naturressourcen.

Permakultur und Krisen in der Gesellschaft

Permakultur gegen Krisen 

Gegen die vielen Krisen im Ökosystem bringt die Lebensauffassung der Permakultur den Gedanken der Nachhaltigkeit, das Leben in der Balance und das Verhalten in Fairness in die Welt.  

Die autarke, autonome Lebensweise als Vorbereitung auf Krisen aller Art zwingt zu einer möglichst optimalen Ausnutzung begrenzter Ressourcen und führt jeden Selbstversorger automatisch auf den Weg der sinnvollen ökologischen Nutzung der vorhanden Flächen.

Für Selbstversorger ist ein nachhaltiger Naturkreislauf im Garten, auf dem eigenen Hof, in der eigenen Gärtnerei oder in der eigenen Landwirtschaft sehr wichtig, denn dabei wachsen Pflanzen und Tiere in ihrem natürlichen Umfeld. Die von der Natur gegebenen Möglichkeiten werden dabei optimal ausgenutzt, wobei Balance und Fairness im gemeinschaftlichen Leben gefördert wird. 

Nachhaltiges ökologisches Verhalten kann dabei helfen, auch unseren Enkeln eine schöne, lebenswerte Welt zu hinterlassen. 

 

 

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